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Workshop

Workshop 3
Rehabilitation von Bewusstseinsstörungen

Termin

Datum:

Zeit:

Ort / Stream: St. Petersburg

Workshopleiter

Beschreibung

Patient:innen mit schweren Bewusstseinsstörungen („Disorders of Consciousness“, DOC) stellen einen relevanten Anteil der Patient:innen auf neurologisch-neurochirurgischen Intensiv- und Frührehabilitationsstationen dar. Mittlerweile ist klar, dass diese Personengruppe eine für sie spezialisierte Versorgung benötigt und zwar sowohl für Diagnostik aber auch für Therapie und medizinisches Gesamtmanagement. Dieser Workshop greift die aktuellen Erkenntnisse der modernen DOC-Forschung auf und überträgt sie in praxisrelevante Lerninhalte für Mitglieder multiprofessioneller neurorehabilitativer Teams. Erstmals wurde in Deutschland eine aktuelle S3-Leitlinie zur Rehabilitation von DOC-Patient:innen entwickelt, die sämtliche Ergebnisse der modernen Komaforschung berücksichtigt. In einem ersten Programmpunkt werden die entsprechenden Empfehlungen kurz vorgestellt und bewertet (Hinweis: Es ist unklar, ob die Leitlinie zu diesem Zeitpunkt bereits offiziell beschlossen wurde, so dass der aktuelle Konsentierungsstand vorgestellt wird). Im folgenden Beitrag wird praxisrelevant der aktuelle Goldstandard der Bewusstseinsdiagnostik vorgestellt, die Coma Recovery Scale – Revised (CRS-R). Anhand von sechs Verhaltensbereichen wird das bestmögliche Niveau der Interaktion mit Patient:innen eingeschätzt (auditiver, visueller, motorischer, verbaler Bereich, Kommunikations- und Erregungsniveau). Die Einschätzung folgt in jedem dieser Bereiche einer streng hierarchischen Abfolge von Testaufgaben, welche zuerst kognitiv-mediiertes Verhalten und darauffolgend reflexartiges Verhalten testet. Die Instruktionen zur Durchführung jedes Test-Items sind hoch standardisiert. Ziel des Workshops ist es, die Anwender:innen der CRS-R in der korrekten Durchführung zu schulen, um einen Beitrag zu leisten für einen einheitlichen und qualitativ hochwertigen Standard in der klinischen Bewusstseinsdiagnostik. Wer DOC-Patient:innen maßgeblich medizinisch betreut, sollte die CRS-R gut kennen! Während die apparative Zusatzdiagnostik zur Prognoseabschätzung in der Akut- und Postakutphase schwerer DOC für die hypoxisch-ischämische Enzephalopathie weitgehend evidenzbasiert in Leitlinien empfohlen wird, gibt es für den späteren Verlauf oder für andere Ätiologien von DOC nur sehr wenig bis gar keine belastbaren Daten. Da die Patient:innen oft gerade in diesen Zeiträumen in neurologischen (Früh-)Rehabilitationseinrichtungen behandelt werden, stehen letztere vor der Herausforderung, sinnvolle Untersuchungen für die neurologische Folge- oder sogar Erstdiagnostik zu planen, um zu einer besseren Prognoseeinschätzung zu kommen. Im Workshop soll gezeigt werden, welchen Nutzen elektrophysiologische (EEG, SSEP), bildgebende (CT, MRT) und laborchemische Parameter gegebenenfalls Wochen bis Monate nach einer akuten Hirnschädigung haben können und wo die Grenzen und Fallstricke spezifischer Befundkonstellationen liegen. Gleichzeitig werden Möglichkeiten erklärt, wie technische Zusatzuntersuchungen eingesetzt werden sollten, um insbesondere behandelbare Differenzialdiagnosen anhaltender Bewusstseinsstörungen festzustellen. Im abschließenden Baustein des Workshops wird die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) als neuer, evidenzbasierter Baustein der Therapie von DOC-Patient:innen praxisnah vorgestellt. Es werden sowohl die theoretischen Grundlagen wie auch die zu beachtenden Kontraindikationen und das praktische Vorgehen thematisiert bzw. veranschaulicht.

Programm

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