Christoph A. Reichel (München), Bojan Smiljanov (München), Martin Canis (München), Bernd Uhl (München)
Einleitung: Blutplättchen sind dazu in Lage, bei Krebs tumor-fördernde Eigenschaften anzunehmen. Wirksame Strategien, welche mit diesem pathologischen Prozess interferieren, sind bislang nicht verfügbar. Retikulierte Blutplättchen stellen eine unreife, hoch-reaktive Untergruppe von Blutplättchen dar, welche im gesunden Organismus kaum vorkommt und nur sehr schwach auf konventionelle gegen Blutplättchen gerichtete Medikamente anspricht. Die Bedeutung dieser Subpopulation von Blutplättchen bei Krebs ist unbekannt.
Material & Methoden: Mit Hilfe von Immunfärbungen und Durchflusszytometrie wurden phänotypische Eigenschaften von primären humanen Blutplättchen analysiert. In einem revers-translationalen Ansatz wurden sodann ortho- und heterotope Mausmodelle von soliden Karzinomen einschließlich des Plattenepithelkarzinoms des Kopf-Halsbereiches (HNSCC) dazu verwendet, die Funktion dieser Blutzellen bei Krebs zu charakterisieren.
Ergebnisse: Humane retikulierte Blutplättchen nehmen nach Zellaktivierung vornehmlich einen prokoagulanten Phänotyp an, was mit einer erhöhten Oberflächenexpression des PD-1-Liganden PD-L1 und der CTLA-4-Liganden CD80 und CD86 vergesellschaftet ist. In Tumor-tragenden Mäusen zeigte sich im Vergleich zu gesunden Mäusen eine erhöhte Freisetzung von retikulierten Blutplättchen in den Blutkreislauf, welche vor allem in der Tumormikrozirkulation akkumulierten. Eine Antikörper-vermittelte Depletion von Blutplättchen führte zu einer Steigerung der Infiltration des Tumors durch zytotoxische T-Lymphozyten und zu einem verringertem Tumorwachstum.
Schlussfolgerungen: Retikulierten Blutplättchen könnten somit einen interessanten Ansatzpunkt für neuartige immunonkologische Therapiestrategien darstellen.
Diese Studie wurde von der DFG unterstützt.
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